
Die Deichacht wurde 1963 gegründet und im Zuständigkeitsbereich liegen 50,7 Kilometer Deich. Der Verband hat die Aufgabe, Grundstücke im Verbandsgebiet vor Sturmfluten zu schützen. Das Gebiet erstreckt sich über die Gemeinden Krummhörn, Hinte, Wirdum, Upgant-Schott, Rechtsupweg, Marienhafe sowie Teile der Städte Emden, Aurich und Norden und Teile der Gemeinden Leezdorf, Südbrookmerland und Ihlow. Das Verbandsgebiet der Deichacht Krummhörn grenzt im Osten an das Verbandsgebiet der Moormerländer Deichacht und im Norden an das Verbandsgebiet der Deichacht Norden.
Im geschützten Gebiet der Deichacht leben insgesamt etwa 135.000 Menschen. Die Mitgliedschaft ist gesetzlich vorgeschrieben und basiert auf dem Vorteilsprinzip, wobei die Beiträge nach dem Einheitswert oder Ersatzwert des geschützten Eigentums berechnet werden. Zusätzlich zu den Mitgliederbeiträgen bekommt die Deichacht Mittel mit bis zu 70% vom Bund (Küstenschutztopf). Zusätzlich steuern Land und EU bei.
Schritt für Schritt ist die Deicherhöhung in der Krummhörn in Ostfriesland in den vergangenen Jahren deutlich sichtbar vorangekommen. 2026 gab es einen Grund zum Feiern: das umfangreiche Küstenschutzprojekt zwischen Upleward und Manslagt mit einer Gesamtlänge von 4,3 Kilometern Deicherhöhung zur Vorsorge auf den steigenden Meeresspiegel wurde erfolgreich fertiggestellt. Dabei wurde auch eine ökologische und klimaschützende Salzwiesenrenaturierung mit einer Fläche von rund 27,5 Hektar durchgeführt.
Das Land Niedersachsen hat die Mittel für den Küsten- und Hochwasserschutz 2026 noch einmal erheblich aufgestockt. So stehen alleine für die Planung und Umsetzung von Küstenschutzmaßnahmen erstmalig rund 82 Millionen Euro zur Verfügung – und weitere 42 Millionen Euro für den Hochwasserschutz im Binnenland. Somit wird landesweit eine Rekordzahl von mehr als 280 Maßnahmen umgesetzt, geplant oder fortgeführt, davon sind rund 160 Küstenschutzmaßnahmen. Also insbesondere Deicherhöhungen in Richtung Klimadeiche, die auf den steigenden Meeresspiegel vorbereitet sind. Zusätzlich ist das Sondervermögen für den Hochwasser- und Küstenschutz um eine Viertel Milliarde Euro (254 Millionen Euro) erhöht worden.
Die jetzt fertig gestellten Deicherhöhungen in der Krummhörn wurden von der NLWKN-Betriebsstelle Aurich geplant und in der Umsetzung begleitet. Die naturschutzfachliche Planung und Umsetzung der Salzwiesenrenaturierung wurde gemeinschaftlich von den NLWKN-Betriebsstellen Norden und Aurich durchgeführt. Der heutige Vorlanddeich war zuletzt in den 1970er-Jahren ausgebaut worden und hatte eine Höhe von rund 7,80 Metern über dem Meeresspiegel (mNHN).
Gemäß aktuellen Berechnungen der Forschungsstelle Küste im NLWKN ist der Deich unter Berücksichtigung des Vorsorgemaßes für einen klimawandelbedingten Meeresspiegelanstieg von einem Meter auf eine Höhe von 8,70 mNHN ausgebaut worden. Damit der Deich auch nach dem Abklingen der zu erwartenden Sackungen und Setzungen die Sollhöhe erreicht, wurde er auf eine Höhe von maximal 9,40 mNHN erhöht.

Weiter fortgeschrittener Bauablauf mit fast fertiggestelltem Pflasterdeckwerk. Foto: NLWKN
